Im kleinen Städtchen Külsheim nicht erwünscht?

Vielen ist es recht, wenn die Vergangenheit ruht. Im Roman „Morgenlatten – Gefährten der Maturität“ wurde das Jahr 1968 aufgeweckt. Zumindest in Baden-Baden und in Külsheim. Die „Gefährten der Maturität“ wurden im Juli 1968 zur Grundausbildung in die Prinz-Eugen-Kaserne nach Külsheim eingezogen. War für die Abiturienten ihr Treffpunkt das Café Schindelpeter, so sahen sie sich als Rekruten im Rahmen der ABC-Schutzausbildung mit der Gaskammer, von den Ausbildern „Café Eichmann“ genannt, konfrontiert. Der raue, oft auch menschenverachtende Ausbilder-Jargon, war zu der Zeit stark von der Wehrmacht geprägt. Heutzutage haben solche Redensarten völlig zu Recht,  strafrechtliche Konsequenzen.

Rudolf F. Thomas startet am 25. September mit seiner Lese-Tour in Würzburg.  Er hatte auch eine Autoren-Lesung in Külsheim geplant. Im ehemaligen Bundeswehrstandort wird die Panzer-Tradition noch heute hochgehalten. Eine wiederholte schriftliche Anfrage beim Bürgermeister der Kleinstadt für eine Veranstaltung mit dem beliebten Schriftsteller wurde erst gar nicht beantwortet. Also boten wir dem Traditionsverband Külsheim eine kostenfreie Lesung an, die vom Vorstand mit dem Hinweis „wenden Sie sich an Frau Bausback von der Stadt Külsheim“, abgelehnt wurde. Frau Bausback arbeitet im Vorzimmer des Bürgermeisters.
Rudolf F. Thomas: „In Külsheim, so muss ich vermuten, möchte kein ehemaliger Berufssoldat mit der Vergangenheit konfrontiert werden. Das kann ich sogar verstehen. In den 60er- und lange noch in den 70er-Jahren dominierte bei vielen Zeit- und Berufssoldaten die Sprache der Wehrmacht des Dritten Reichs.“

Rudolf F. Thomas auf dem Weg nach Külsheim

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